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Das kalte Herz

Ein zeitgenössisch-romantisches Märchen mit Musik nach Wilhelm Hauff

UA: Juni 2006 im Stubenhaus, Staufen;
ensemble recherche, Freiburg
Komposition: Cornelius Schwehr nach Robert Schumann
Text: Susanne Fritz nach Wilhelm Hauff
Sprecher: Rudolph Guckelsberger, Susanne Fritz
 


Kurzbeschreibung
Es war einmal im Schwarzwald. Peter Munk ist tief unglücklich. Allen geht es besser als ihm, dem armen, jungen Köhler. Alle haben Geld, genießen Ansehen und ein leichtes, schönes Leben. Davon kann Munk nur träumen… bis ihm das Glasmännchen zu seinem Glück verhilft. Doch Geld und Glashütte sind schnell verspielt, Munk versteht nichts vom Geschäft und liebt das Vergnügen. Vollkommen pleite und verzweifelter denn je, willig er in einen Pakt mit dem Holländer-Michel ein. Für seine zweite Chance opfert er sein Herz. Alles kann Munk sich jetzt kaufen, doch nichts kann ihn mehr rühren. In einem Wutanfall erschlägt er seine warmherzige Frau Lisbeth. Die Angst vor dem eigenen Tod packt ihn, Peter will seine Seele zurück, um jeden Preis…
 
„Das kalte Herz“ ist eins der berühmtesten Märchen des in Stuttgart geborenen und mit nur 25 Jahren jung verstorbenen Dichters und Romanciers Wilhelm Hauff (1802-1827).
Schon allein der Titel weckt bei vielen Menschen Kindheitserinnerungen, häufig verbunden mit Gruseln und Schauer: ein besonders dunkler und unheimlicher Wald kommt einem in den Sinn - und seine Geister: das Glasmännchen, das Sonntagskindern Wünsche erfüllt und der gewaltige Holländer-Michel, der dem zu Reichtum verhilft, der ihm sein Herz gegen einen Stein überlässt.

Unser Stück
Diese packende Geschichte von kalten Herzen und großer Sehnsucht habe ich bearbeitet, verwandelt, sie in Konzentration auf die Hauptfiguren neu erzählt und auf zwei Sprechstimmen verteilt. Hauffs Formulierungen – zuweilen deutlich zeitgebunden und von konservativen Werten getragen – wurden als Zitate in den Text eingeflochten. Die altbekannte Geschichte erklingt im Spannungsfeld zwischen gestern und heute in bewegender Aktualität.

Cornelius Schwehr hat das Stück mit Bearbeitungen und Überschreibungen von Liedern Robert Schumanns durchmischt und verwoben; die jeweiligen Originale bleiben kenntlich und werden gleichzeitig betrachtet und interpretiert von außen, von heute aus.

Neben der kunstvoll als Märchen verpackten Kapitalismuskritik, Hauffs eigenwilligen Schilderungen vom Heimischen und vom Fremden, vom Guten und Bösen, Reichen und Armen, Herzlichen und Herzlosen - interessiert uns das zeitlose Schicksal eines jungen Mannes, der jede Chance ergreift, egal, um welchen Preis – und schwerlich glücklich werden kann.


Eine behutsame, überaus gelungene Adaption! Badische Zeitung

Hörbeispiele

Sonntagskind

Holländer Michel

Gläubiger

Wenn ich tot bin