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Das Missverständnis

von Albert Camus
1999 Studiotheater Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Staatstheater
mit Ute Irrgang, Nadine Klante, Ursula Siebert, Stefan Rihl, Adalbert Suntinger
Bühnenbild: Susanne Fritz und Catrin Brendel
Kostüme: Catrin Brendel
Regie: Susanne Fritz
 


Kurzbeschreibung
Ein Mann kehrt nach Jahren, in denen er sein Glück im Ausland gefunden hat, zu Besuch in seine alte Heimat zurück. Seine Mutter und seine Schwester erkennen in dem offensichtlich wohlhabenden Fremden, der seine Identität weder verleugnet noch preisgibt, nicht ihren Sohn und Bruder. Sie töten ihn, wie bereits andere Gäste vor ihm, gleich in der ersten Nacht, um ihn zu berauben. Die Entdeckung seiner Identität kommt zu spät. Das Verbrechen ist den beiden Frauen vertrauter als mitfühlende Regungen, ihr Egoismus mächtiger als die Schonung anderen Lebens. Die Hoffnung, ihrem Elend endlich entkommen, siegt über eventuelle moralische Bedenken. Haben nicht auch sie Anspruch auf Glück?

‚Das Missverständnis’ ist gewiss ein düsteres Stück. Es entstand mitten in einem eingeschlossenen, besetzten Land, fern von allem, was ich liebe. Es trägt die Farben des Exils. Ich glaube aber nicht, dass es ein entmutigendes Stück ist. Das Unglück hat nur ein Mittel, sich selber zu überwinden, nämlich, sich durch das Tragische zu verwandeln. „Das Tragische“, sagt Lawrence, „sollte dem Unglück sozusagen einen kräftigen Fußtritt versetzen.“ … Es ist ein Stück der Auflehnung und enthält vielleicht sogar eine Moral: Aufrichtigkeit. Wenn der Mensch erkannt werden will, muss er erschlicht und einfach sagen, wer er ist. Schweigt oder lügt er, so stirbt er allein. Wenn er die Wahrheit sagt, wird er zwar immer noch sterben, aber davor hat er den anderen uns sich selber geholfen, zu leben.
                                                                                                                   Albert Camus

Kunstvoll inszeniert, eine bemerkenswerte Produktion. Stuttgarter Zeitung