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Heimat ist eine Sehnsucht, die...

Ein zeitgenössisches Literaturkonzert



Irgendwo in Baden-Württemberg: Namhafte Autoren und Autorinnen schildern, was sie hier schätzen oder nur schwer ertragen können, geraten ins Schwärmen, werden bitter böse oder beides zugleich. Heimat und Heimatlosigkeit, Zugehörigkeit und Fremdheit spiegeln sich in starken Texten der vergangenen sechzig Jahre bis heute – poetisch, satirisch, provokativ und dokumentarisch. Von Marie Luise Kaschnitz’ „Beschreibungen eines Dorfes“ über die kritische Heimatliebe Martin Walsers und Arnold Stadlers und den großen, früh verstorbenen Schwarzwälder Thomas Strittmatter zu in Freiburg lebenden AutorInnen wie dem Schwaben Karl-Heinz Ott und der Chinesin Jun Lin, dreht sich das Wörter-Kaleidoskop, durch das wir einen immer neuen, eigenwilligen Blick auf eine Gegend werfen, die wir längst zu kennen glauben – und auf ihre Menschen, für die Natur und schöne Landschaft nicht alles sind, um glücklich zu sein.

Texte, vertont – Musik, gesprochen: Im Dialog mit fragilen wie spannungsvollen, ungestümen Partituren aus sechs Jahrzehnten entsteht eine atmosphärisch dichte Meditation über den Heimatbegriff, dessen Grenzen und Fragwürdigkeit. Zeitgenössische Kompositionen von Salvatore Sciarrino und Klaus A. Huber, der „Baden-Württemberger“ Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm u.a., sowie eigens für dieses Projekt entstandene Vertonungen von Oliver Frick und Johannes Caspar Walter kommen zur Aufführung.

Idee und Textcollage: Susanne Fritz
Musikalische Konzeption und Collage: ensemble cross.art, Stuttgart

Aufführende: Céline Papion, Violoncello, Junko Yamamoto, Klavier, Susanne Fritz (Sprecherin), Michel Speer (Sprecher)

Uraufführung: 19. Juli 2012 im E-Werk, Freiburg
 


Geschichte der Geschichte
Junko Yamamoto vom ensemble cross.art fragte mich, ob ich Interesse hätte an einem gemeinsamen Projekt. Konkreten Anlass bot das zweijährige Festival „Literatursommer Baden-Württemberg“, das zum Landesjubiläum 2012 unter dem Motto „Sechzig Jahre Literatur in Baden-Württemberg“ stand.
Und so begann eine vielschichtige und überraschende Reise in Musik und Literatur, lange Gespräche, viel gemeinsames Ausprobieren und Erfahrungen Sammeln, wie sich die einzelnen Elemente gegenseitig beeinflussen, steigern oder womöglich ausschließen. Mit Michael Speer konnten wir einen exzellenten und musikalisch versierten Sprecher gewinnen. Das Resultat überzeugte unser Publikum vollauf, worüber wir stolz und vor allem glücklich sin.
Wir danken unseren Veranstaltern und der BW-Stiftung für die Unterstützung!
 


Musik und Sprache
Schreibtisch und Bühne, allgemein und insbesondere: Die Verbindung von Sprache und Musik ist für mich eine große Lust, Herausforderung und – Aufgabe! So arbeite ich seit Jahren als Texterin und Rezitatorin wiederholt mit versierten Musikern und Formationen für Neue Musik zusammen, etwa mit dem ensemble recherche, Freiburg („Das kalte Herz“) und dem ensemble cross.art, Stuttgart („Heimat ist eine Sehnsucht“). Ein Text als Partitur, als originäres Hörerlebnis, als so intensives wie flüchtiges Erleben in Zeit und Raum, im Wechsel- und Zusammenspiel mit life gespielter Musik – unterbricht, ergänzt und bereichert meine allzu buchstäbliche Arbeit am Schreibtisch.

Susanne Fritz im Gespräch mit Bettina Schulte, Badische Zeitung

Konzert-Buchungen, weitere Projekte und Informationen unter:
www.ensemblecrossart.com